Zeit der Gründung

 

Die Gemeinde Brendlorenzen zählte im Jahre 1920 ungefähr 1.000 Einwohner. Sie war stets die größte Landgemeinde des Kreises Bad Neustadt a. d. Saale und war geprägt durch die Landwirtschaft und das Handwerk.

Im Jahr der Gründung bestanden neben der Feuerwehr nur drei Vereine in Brendlorenzen:

  •  der Kriegerverein 

  • der Gesangverein mit Kirchenchor

  • der kath. Burschen- und Männerverein.

Ein Sportverein bestand noch nicht. Führender Verein in der Turn- und Sportbewegung war der Turnverein 1860 Bad Neustadt. Im Landkreis selbst hatten nur noch Bischofsheim, Oberelsbach, Heustreu und Unsleben einen Turnverein. Daher kamen einige junge Männer auf den Gedanken, einen Kegel- und Sportverein zu gründen.

Das Gründigngsprotokoll liegt uns in der Originalversion vor.

Vereinsgeschichte

Die Anfänge des jungen Vereins waren lebhaft und vielversprechend. Es wurden weiterhin die Kegelabende im Gasthof Stern abgehalten, Turngeräte angeschafft und Theater gespielt.

Die Gemeinde Brendlorenzen stellte den Meistereirasen als Turnplatz zur Verfügung, es wurden Sprunggruben angelegt und Turngeräte aufgebaut.

1922 war das Geburtsjahr des Faustballspiels in Brendlorenzen. Die Anregung brachten Edmund Fell, Hans Betz, Alois Nöth und Franz Schmähling aus Münnerstadt mit, wo sie das Gymnasium besuchten. Zu den ersten Spielern gehörten außerdem Willy Schuck, Gottfried Schuck, August Herleth, Bruno Rösch, Gregor Herleth, Anton Balling, Karl Scheuplein und August Schubert.

Der vorhandene Turnplatz war mit Bäumen bepflanzt und daher für das Faustballspiel ungeeignet. So musste ein geeigneter Platz geschaffen werden, der auf dem Gemeinderasen in Lorenzen gefunden wurde. Der Platz musste mit erheblichem Aufwand hergerichtet werden, was die Mitglieder mit großem Fleiß in kurzer Zeit schafften.

Damals dachte niemand daran, welche Erfolge und Ehren der TSV mit seinen Faustballmannschaften erringen würde. Bereits 1925 erzielte die Mannschaft die A-Klassenmeisterschaft und damit den Aufstieg in die Bezirksklasse Unterfranken, um dann 1929 und 1931 die Bezirksmeisterschaften in Unterfranken zu erringen.

 

Der Verein hatte damals ca. 100 Mitglieder, die Aktivitäten des Vereins wurden dann beeinflusst von der politischen Lage.

 

Während des Zweiten Weltkrieges trat das Vereinsleben völlig in den Hintergrund.

 

Am 7. April 1945 besetzten Amerikaner die Gemeinde Brendlorenzen und der Verein hat zunächst aufgehört zu bestehen.

 

Am 15. Juni 1946 wurde der TSV Brendlorenzen wiedergegründet und durch den Kreissportbeauftragten, Herrn Dehlinger zum Spielbetrieb in der amerikanischen Zone zugelassen. Der Verein betätigte sich in Fußball, Faustball und Leichtathletik. 

 

Das Vereinsleben begann sich zu normalisieren, erste Schwierigkeiten bereitete der fehlende Sportplatz für Fußballspiele. Im Sommer 1948 wurde der vorhandene Platz entsprechend vergrößert und ausgebaut.

 

Im Januar 1951 wurde die Schachabteilung gegründet und im Sommer 1951 der neue Sportplatz in der Brender Allee seiner Bestimmung übergeben. 

 

Bereits 1952 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen und im August 1954 mit dem Bau des Vereinsheimes begonnen.

 

Am 4. Juli 1957 konnte das neu erstellte Vereinsheim nach fast dreijähriger Bauzeit eingeweiht werden, der TSV Brendlorenzen hatte seine feste Bleibe in der Brender Allee gefunden. 

Im gleichen Jahr wurde die Tischtennisabteilung gegründet. 

 

Doch man gab sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. Bereits ein Jahr später wurde der Plan gefasst, das Vereinsheim um einen Umkleidetrakt zu erweitern. 

 

Im Jahre 1965 errichtete die Gemeinde Brendlorenzen eine Turnhalle, die außerhalb der Schulsportstunden dem TSV zur Verfügung stand und heute noch steht. 

 

Am 19. Juli 1972 konnte das neue, vergrößerte Sportgelände seiner Bestimmung übergeben werden. Viel Idealismus, ausgeprägtes Durchhaltevermögen und eine große Anzahl von freiwilligen, unentgeltlichen Helfern waren erforderlich, dieses Vorhaben zu vollenden. Die Sportler des TSV hatten damit nicht nur ein neues, großes Fußballspielfeld, sondern auch eine 100 m Bahn, Weit- und Hochsprunganlage, sowie Sportstätten für Diskuswurf und Kugelstoßen, auf die sie mit Recht Stolz sein konnten (und auch waren).

 

 Doch wer den TSV und seine Mitglieder kennt weiß, dass man nicht ruhen kann und sich stets neue Ziele steckt. So wurde das Vereinsheim 1978/79 um den Umkleide­ und Sanitärtrakt erweitert. Auch hier waren es wieder die vielen freiwilligen Helfer und die vielen Spenden, die dieses Vorhaben ermöglichten. 

 

1980 wurde der TSV 60 Jahre alt und veranstaltete zu diesem Anlass die 1. Fußballstadtmeisterschaft. Dieses Fest wurde für die Fußballmannschaften, die Bevölkerung und den TSV ein großer Erfolg. 

 

Ende 1980 zogen über dem TSV-Vereinsheim dunkle Wolken auf. Ein Gerücht machte die Runde: Das Vereinsheim, eben erst aufgebaut, ist hochwassergefährdet und muss möglicherweise abgerissen werden. Ursächlich hierfür sollte die Flurbereinigung sein. Es kam, wie ihr wisst, wie so oft etwas anders, aber der TSV-Sportplatz musste gedreht werden und Teile des Vereinsheims wurden abgerissen. Dafür entstand die heutige Bratwurstbude und der Rasensportplatz. Die Einweihung fand im Jahre 1987 statt.

 

Heute stellt sich der TSV Brendlorenzen mit 8 Abteilungen dar. Neben Fußball und Leichtathletik bieten wir Tischtennis, seit 10 Jahren Radtouristik und inzwischen auch Volleyball , Triathlon, Basketball, Tanzen und Badminton an.

Der TSV hatte zwischendurch über 1400 Mitgliedern und ist heute der größte Verein im Landkreis Rhön-Grabfeld.

Von verschiedenen Seiten werden uns gute Jugendarbeit und die Förderung des Breitensports attestiert. Dies kommt durch gute Ergebnisse der Jugendmannschaften im Tischtennis und im Fußball zum Ausdruck, sowie bei der Bilanz der errungenen Sportabzeichen.  

Die publikumswirksamste Aktivität im Bereich des Breitensports und zwar nicht nur für die Vereinsmitglieder ist seit nunmehr 10 Jahren der Rhöner Kuppenritt. Sie ist überregional bekannt und mittlerweile eine der größten Radsportveranstaltungen in Deutschland.

Während 60 der 75 Jahre, die geprägt sind von Höhepunkten und enormen Anstrengungen, hatte der Verein an seiner Spitze drei Vorsitzende, die den Verein geprägt haben: Den Gründungsvorstand Otto Roßmann 17 Jahre, Herrn Otto Wolfrom 18 Jahre und Herrn Josef Hahner, der heute unser Ehrenvorsitzender ist, 25 Jahre.

60 Jahre von 75 drei Vorsitzende: das sind Zeichen für Leistungsbereitschaft, Einsatzwillen und Engagement. Wir haben allen Grund, diesen drei Männern von ganzem Herzen dankbar zu sein.

Otto Roßmann, Gründungsvorstand und Vorsitzender bis 1925, sowie von 1930 bis 1942.

Otto Wolfrom, Vorsitzender von 1925 bis 1929, 1942 bis 1945 und von 1949 bis 1960. In seine Zeit fällt der Neubau des 1. Sportplatzes in der Brender Allee, sowie des 1. Vereinsheimes.

Josef Hahner steuerte das TSV-Schiff von 1960 bis 1985. Während dieser Zeit wurden das Vereinsheim erweitert und der große Sportplatz gebaut. Josef Hahner ist unser Ehrenvorsitzender und nimmt, abgesehen von wenigen Ausnahmen an jeder Vorstandssitzung teil. Sein Rat und seine große Erfahrung sind immer noch ein unschätzbares Glück für die Vereinsführung. Für seine großen Verdienste wurde anlässlich seines 80. Geburtstages das Sportgelände in Josef Hahner Sportanlage umbenannt.

Nach Josef Hahner war Gregor Reinhardt 1. Mann des TSV. Er war Vorsitzender von 1985 bis 1991.

Sein Amt übernahm Bruno Altrichter, dessen Name mittlerweile in Bad Neustadt für das Amt des 1. Bürgermeisters steht. Die Wahl ihres Vorsitzenden im März 1996 zum 1. Mann der Stadt Bad Neustadt war für den gesamten Verein ein großes Ereignis und der ganze Verein war stolz auf die vereinspolitische Herkunft des Stadtoberhauptes.

Peter Englisch führte den Verein kommissarisch bis 1997, da Bruno Altrichter aus den genannten Gründen sein Amt nicht länger behalten wollte.

Von 1997 - März 2005 war Winfried Schuhmann 1. Vorsitzender.
seit Mai 2005 Dieter Baumeister


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